Wer an Dänemarks Westküste unterwegs ist und sich für lokale Traditionen interessiert, stößt in Hvide Sande auf Relikte vergangener Zeiten: sogenannte Hyttefade. Dabei handelt es sich um schwimmende Tröge aus Holz, die bis in die 1970er-Jahre aus dem Hafenbild nicht wegzudenken waren.

Vor der Zeit moderner Kühl- und Tiefkühltechnik, also vor allem vor den 1950er-Jahren, nutzten Fischer Hyttefade als natürliche Aufbewahrungsorte für frischen Fang. Die Konstruktionen waren mit Löchern versehen, sodass das Wasser des Hafenbeckens frei zirkulieren konnte. Dadurch blieben gefangene Fische lebendig und in bester Qualität, bis sie auf dem Fischmarkt oder der Auktion verkauft wurden. Besonders auf Qualität bedachte Abnehmer jenseits der Region achteten auf Herkunft und Zustand der Ware aus den Hyttefade, die als Qualitätsmerkmal galt.

Während in deutschen und anderen europäischen Häfen traditionell Eislager und später Kältehäuser verbreitet waren, entwickelte sich in den kleineren dänischen Orten wie Hvide Sande diese Praxis auf ganz eigene Weise. Für Besucher, die heute in der Vorweihnachtszeit die dänische Nordseeküste bereisen, bietet sich sogar die Möglichkeit, im Jyllandsakvariet in Hvide Sande ein Hyttefad samt "lebendigem Inhalt" nachzuempfinden: Das Museum hat eines dieser Holzbecken zu einem Schauaquarium umgebaut.

Traditionen werden auch rund um Weihnachten fortgeführt: Das Jyllandsakvariet veranstaltet im Rahmen seiner Adventskalender-Aktion eine besondere Verlosung, bei der ein hochwertiges Erlebnisgutschein für das kommende Jahr gewonnen werden kann. Dafür genügt es, das Museum in den sozialen Medien zu begleiten und den jeweiligen Tagesbeitrag zu kommentieren. Die Gewinner werden nach den Feiertagen benachrichtigt.

Mit solchen Aktionen werden nicht nur dänische Familien angesprochen: Auch Besucher aus Deutschland erhalten Anreize, regionale Kultur und traditionsreiche Fischerei kennenzulernen, die sich im Alltag von der heimischen unterscheidet.