Mit dem Einbruch der Winterkälte in der Wikingerzeit verwandelten sich die traditionell offenen und zugigen Langhäuser in Rückzugsorte für die Bewohner. Da das zentrale Feuer allein nicht reichte, um die Durchzüge abzuhalten, nutzten die Menschen dicke Felle zum Wärmen. Abseits vom rauen Wetter war diese Zeit geprägt von handwerklichen Arbeiten im Inneren: Kleidung wurde genäht, Seile geflochten und beschädigte Segel oder Werkzeuge repariert.
Für viele Überraschung außerhalb Skandinaviens: Während des Winters stand alles andere als Trägheit auf dem Plan. Die Wintermonate waren auch eine Zeit für das traditionelle Fest “jól”, bei dem ausgiebig geschmaust und getrunken wurde – nicht zuletzt, weil viele Tiere, die nicht über den Winter gebracht werden konnten, vorher geschlachtet wurden. Das sorgte für volle Tische und ausgiebige Gelage, die eng mit dem Erleben der Gemeinschaft verknüpft waren.
Bork Vikingehavn, ein Freilichtmuseum am Ringkøbing Fjord, versetzt Besucher eindrucksvoll in diese historische Atmosphäre zurück. Für deutsche Touristen bietet ein Besuch die einzigartige Möglichkeit, nicht nur bauliche Rekonstruktionen, sondern auch traditionelle Handwerkskunst und Alltagsleben aus nächster Nähe zu erleben.
Was für Reisende aus Deutschland besonders reizvoll ist: Im Gegensatz zu vielen anderen Freilichtmuseen ist Bork Vikingehavn das ganze Jahr über geöffnet und bietet speziell in den Wintermonaten anschauliche Einblicke in die Überlebensstrategien der Wikinger. Gerade die dänische Küstenregion lädt zugleich zu Naturerlebnissen abseits des Museums ein. Wer sich für Kulturgeschichte interessiert, erhält einen guten Eindruck vom Alltag und Festleben unserer nordischen Nachbarn vor mehr als 1000 Jahren.
Weitere Informationen – auch zu aktuellen Programmangeboten – hält das Museum Bork Vikingehavn bereit.
