Juelsminde, eine kleine Hafenstadt in der Region Hedensted, zeigt an diesem kühlen, aber sonnigen Herbstmorgen, wie sich lokale Gemeinschaft und demokratischer Geist verknüpfen. Winterbaden wird hier am alten Fähranleger großgeschrieben. Wo einst Fähren nach Kalundborg ablegten, treffen sich heute Mitglieder der Juelsminde Vinterbadeklub, deren Gemeinschaft stetig wächst.

Mit seinen über 700 Mitgliedern ist der Verein längst mehr als ein Treffpunkt für Mutige, die das kalte Wasser nicht scheuen. Es ist ein sozialer Knotenpunkt, in dem nach jedem Bad in der Ostsee eine aufwärmende Tasse Kaffee und Gespräche in der Sauna dazugehören. Für Besucher aus Deutschland steckt darin ein ungewöhnlicher Blick auf die skandinavische Lebensart: Während das eisige Eintauchen für viele wohl abschreckend wirken mag, eröffnet es den Dänen eine Möglichkeit, Alltag und Bürgerengagement miteinander zu verbinden.

An diesem Morgen dominiert das bevorstehende Kommunalwahlthema die Gespräche. Die Teilnehmer diskutieren, wie Parteien ihre Programme präsentieren, welche lokalen Fragen für die Bevölkerung bedeutend sind und wie wichtig die eigene Stimme ist. Gerade lokale Entscheidungen, etwa über Infrastruktur oder die Ausstattung der Winterbadeanlagen, werden maßgeblich auf kommunaler Ebene getroffen.

Diese Mischung aus Aktivität, Dialog und Mitgestaltung ist typisch für viele Orte in Dänemark – und unterstreicht, wie sehr demokratische Beteiligung im Alltag verankert ist. Die Winterbader von Juelsminde ermutigen daher alle, am 18. November wählen zu gehen. Gerade für deutsche Leser bietet das einen Denkanstoß: Lokale Demokratie lebt vom Mitmachen und Zusammenhalt, jenseits von Wahlkampfplakaten oder Wahlaufrufen der Politik.

Wer interessiert ist, kann sich über Strukturen und Aktivitäten ähnlicher Vereine in Nordeuropa informieren und neue Inspirationen für das bürgerschaftliche Leben in der eigenen Gemeinde mitnehmen.