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Hørvævsmuseet
Home Mitteljütland (Nordsee) Als Hørvævsmuseet
📷 Hørvævsmuseet på Krengerup / CC BY-SA 4.0
Hørvævsmuseet
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📷 Hørvævsmuseet på Krengerup / CC BY-SA 4.0

📖 Über Hørvævsmuseet

Na gut, hier wird's etwas kompliziert: Du bist gerade dabei, einen Ausflug nach Mitteljütland (Nordsee) zu planen – und das ist geografisch gesehen eine kreative Leistung, denn das Hørvævsmuseet liegt tatsächlich auf der Insel Fünen, genauer gesagt in der Assens Kommune, etwa 3 Kilometer von Glamsbjerg entfernt. Aber egal, wo Du es auf der Karte suchst: Dieses charmante Museum ist eine echte Perle der dänischen Industriegeschichte. Hier rattert und klackert es noch so wie früher, denn das Hørvævsmuseet ist kein staubiges Ausstellungshaus, sondern ein lebendiges, arbeitendes Museum. Wenn Du schon immer wissen wolltest, wie aus Flachs feines Leinen wird und warum das Klappern der Webstühle fast meditativ wirkt (bis auf die Lautstärke), dann bist Du hier goldrichtig. Und das Beste: Das Museum hat seine Heimat in einer ehemaligen Scheune auf dem Herrenhaus Krengerup gefunden – Industriegeschichte trifft ländlichen Charme.

Geschichte & Hintergrund

Die Geschichte des Hørvævsmuseums beginnt eigentlich schon 1922, als Gutsbesitzer Johannes Bay die Firma übernahm und ihr den Namen "Hørfabriken i Tommerup" gab. Fünf Jahre später, 1927, baute Bay den Betrieb aus und stellte den Weber Edmund Reindel als Betriebsleiter ein – seine Aufgabe war es, eine funktionierende Weberei auf die Beine zu stellen. Und das tat er. Die Tommerup Væveri produzierte jahrzehntelang hochwertige Flachsgewebe, bis sie 1969 endgültig ihre Pforten schloss. Die Maschinenwebstühle standen still, die Lochkarten verstaubten, und es sah so aus, als würde ein Stück westfünischer Industriegeschichte einfach verschwinden. Doch 1992 passierte etwas Wunderbares: Ein Kreis historisch interessierter Menschen bekam den gesamten Maschinenpark kostenlos angeboten und gründete den Verein "Foreningen Hørvævsmuseet på Krengerup". Unter der Leitung des früheren Direktors Kurt Reindel (dem Sohn von Edmund Reindel – die Familie blieb dem Handwerk treu) und einiger seiner pensionierten Mitarbeiter begann die mühsame, aber liebevolle Wiederaufstellung der Maschinen. Mit Unterstützung von der Veluxfonden, Hans Sørensens Mindelegat, Nykredits Fond und weiteren Förderern wurde das Museum 1994 eröffnet. Seit 2024 feiert es also sein 30-jähriges Jubiläum – drei Jahrzehnte klappernder Webstühle und begeisterter Freiwilliger.

Besonderheiten & Highlights

Was macht das Hørvævsmuseet so besonders? Nun, zum einen die Tatsache, dass hier nichts hinter Glas verstaubt. Die Webstühle laufen tatsächlich, und Du kannst live dabei zusehen, wie die Technik aus längst vergangenen Zeiten noch heute funktioniert. Und das alles dank einer Gruppe von rund 85 engagierten Freiwilligen, die das Museum am Leben halten und die verschiedenen Handwerkstechniken demonstrieren. Hier ein paar Highlights:
  • Lebendiges Handwerk: Die historischen Maschinenwebstühle stehen in einem ehemaligen Jungviehstall (ja, richtig gelesen – früher wohnten hier Färsen). Die Maschinen sind nicht nur Ausstellungsstücke, sondern werden regelmäßig in Betrieb genommen. Der Rhythmus der Webstühle ist fast hypnotisch.
  • Über 200.000 Lochkarten: Zur Steuerung der Webstühle verfügt das Museum über Lochkarten für 22 der alten Muster aus der Tommerup Væveri. Die gesamte Lochkartensammlung umfasst über 200.000 Einzelkarten – quasi die Programmierbibliothek des analogen Zeitalters.
  • Ausstellung und Café: Die Ausstellungs- und Cafébereiche sind in einem ehemaligen Kuhstall untergebracht (da waren dann tatsächlich Kühe drin). Diese Räume wurden 1999 mit Unterstützung der Veluxfonden hinzugefügt und bieten einen gemütlichen Rahmen, um die Geschichte der Flachsverarbeitung zu erkunden.
  • Erweiterung 2021: Ein großer Teil des Dachbodens wurde für Unterrichtszwecke ausgebaut. Das Museum ist nicht nur Museum, sondern auch Bildungsort – hier wird das alte Handwerk weitergegeben.

Dein Besuch vor Ort

Wenn Du das Hørvævsmuseet besuchst, tauchst Du in eine Welt ein, in der Handwerk und Technik noch Hand in Hand gehen. Bereits beim Betreten der ehemaligen Stallgebäude spürst Du die besondere Atmosphäre: Die Luft riecht leicht nach Öl und Holz, und wenn die Maschinen laufen, vibriert der Raum förmlich vor Energie. Die Freiwilligen, viele davon selbst ehemalige Weber oder einfach leidenschaftliche Handwerksliebhaber, erklären Dir gerne die Funktionsweise der Webstühle und zeigen Dir, wie aus Flachs feine Stoffe entstehen. Montags und mittwochs trifft sich die Gruppe regelmäßig, um an den Maschinen zu arbeiten und die Gemeinschaft zu pflegen – mit etwas Glück kannst Du ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Im Café-Bereich kannst Du Dich bei einer Tasse Kaffee stärken (der Kuchen ist hausgemacht und köstlich) und in Ruhe durch die Ausstellung schlendern. Dort erfährst Du mehr über die Geschichte der Flachsverarbeitung in Dänemark, siehst historische Werkzeuge und Stoffmuster und kannst Dich in die Welt der Textilproduktion vor der Industrialisierung hineinversetzen. Das Museum bietet auch geführte Touren an, die Dir die Geschichte der Tommerup Væveri und die Technik der Webstühle näherbringen – absolut empfehlenswert, wenn Du tiefer eintauchen möchtest. Und falls Du ein bisschen länger bleibst: Direkt nebenan befindet sich das Škoda Museum Danmark. Ein Kombiticket für beide Museen lohnt sich – von historischen Webstühlen zu historischen Autos, das nenne ich einen runden Tag.

📌 Kuriositäten & Fun Facts

  • Vom Kuhstall zum Kulturschatz: Die Webstühle stehen heute in einem ehemaligen Jungviehstall, während Du im früheren Kuhstall Kaffee trinken kannst. Landwirtschaft meets Industriegeschichte – nur in Dänemark.
  • 30-jähriges Jubiläum 2024: Das Museum wurde 1994 eröffnet und feiert 2024 stolze drei Jahrzehnte. Zum 25-jährigen Jubiläum 2019 gab es übrigens eine Sonderausstellung der dänischen Textilkünstlerin Jette Nevers.
  • Weihnachtsverkauf im November: An zwei Wochenenden im November (dem zweiten und dritten) verwandelt sich das Museum in einen Weihnachtsmarkt, auf dem handgewebte Textilien und andere Handwerkskunst verkauft werden. Perfekt für einzigartige Geschenke.
  • Krengerup Gods: Das Herrenhaus Krengerup, auf dessen Gelände das Museum steht, ist selbst ein historisches Juwel. Eine der am besten erhaltenen Gutshofumgebungen Dänemarks aus dem 18. Jahrhundert – und Du kannst beides an einem Tag erleben.

💡 Wertvolle Zusatzinformationen

  • Zugänglichkeit: Das Museum liegt an der Nårupvej 30, etwa 3 Kilometer von Glamsbjerg entfernt. Mit dem Auto ist es gut erreichbar, Parkplätze sind vorhanden. Achtung: Falls Du mit einem Bus oder größeren Fahrzeug anreist, beachte bitte die Höhenbegrenzungen (Viadukte mit 3,7 m in Tommerup St. und 3,9 m in Aarup sowie ein Gutstor von Süden mit 2,8 m).
  • Empfohlene Besuchsdauer: Plane mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein, um das Museum in Ruhe zu erkunden, eine Führung mitzumachen und vielleicht im Café eine Pause einzulegen. Wenn Du auch das Škoda Museum nebenan besuchst, solltest Du einen halben Tag einplanen.
  • Besondere Hinweise: Das Museum ist saisonal geöffnet (von Mai bis Oktober, plus Herbstferien und Weihnachtsverkauf im November). Im Winter ist geschlossen, also plane Deinen Besuch entsprechend. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt – ein Familienausflug lohnt sich also besonders.
  • Kombitipp: Wie bereits erwähnt, lohnt sich ein Besuch des Škoda Museums direkt nebenan. Außerdem liegt das Museum auf dem malerischen Gelände von Krengerup Gods – ein kleiner Spaziergang über das Anwesen ist ein schöner Abschluss des Tages.

Das Hørvævsmuseet ist mehr als nur ein Museum – es ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird, an dem Handwerk noch mit den Händen (und kräftigen Maschinen) gemacht wird und an dem Du spürst, wie viel Arbeit in jedem Meter Stoff steckt. Egal, ob Du ein Technikfan bist, Dich für Handwerkskunst interessierst oder einfach einen ungewöhnlichen Ausflug suchst: Hier wirst Du garantiert fündig. Pack die Neugier ein – und vielleicht ein paar Ohrstöpsel, falls die Webstühle gerade auf Hochtouren laufen.

🗺️ Lage

Nårupvej 30, 5620 Glamsbjerg, Dänemark
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ℹ️ Informationen

🕒 Öffnungszeiten
  • Montag: Geschlossen
  • Dienstag: Geschlossen
  • Mittwoch: Geschlossen
  • Donnerstag: Geschlossen
  • Freitag: Geschlossen
  • Samstag: 13:00–17:00 Uhr
  • Sonntag: 13:00–17:00 Uhr
💰 Eintrittspreise
Erwachsene (inkl. Führung): 75 kr.Gruppen (min. 10 Personen): 65 kr. pro PersonKinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Freier EintrittKombikarte Hørvævsmuseet und Škoda Museum (Erwachsene inkl. Führung): 120 kr.Kombikarte Hørvævsmuseet und Škoda Museum (Gruppen, min. 10 Personen): 110 kr.
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