Am Dienstag, den 20. Januar 2026, erhielt das Sea War Museum Jutland in Thyborøn einen außergewöhnlichen Gast: Kapitän Jesper Amholt vom berühmten dänischen Segelschulschiff „George Stage“ besuchte die historische Einrichtung. Anlass des Besuchs war die aktuelle Sonderausstellung über das Skoleskib „København“. Die Ausstellungen im Museum greifen traditionell bedeutende Ereignisse der dänischen Schifffahrtsgeschichte auf – so auch das Unglück der ersten „George Stage“, die 1905 nach einer Kollision mit dem englischen Dampfschiff „Ancona“ sank, was den Tod von 22 Jugendlichen zur Folge hatte.
Die Verbindung zwischen „George Stage“ und „København“ ist dabei mehr als nur zufällig: Viele Kadetten, die später an Bord der „København“ gingen, hatten zuvor auf der „George Stage“ Erfahrungen gesammelt. Die Ausstellung zeigt hierzu sowohl historische Modelle als auch originale Auszeichnungen, wie etwa die Merlespiger, die als Leistungsprämie an besonders fleißige Crewmitglieder vergeben wurden.
Besonders interessant für ausländische, darunter auch deutsche Besucher, ist der kulturübergreifende Aspekt: So knüpfte Jesper Amholt während des Rundgangs im Museum an die Geschichte des Ringkøbingers an, der nach dem Heben des berühmten schwedischen Kriegsschiffs „Vasa“ mit seinem handwerklichen Können für die Restaurierung beitrug – ein Beispiel, wie maritimes Kulturgut europaweit miteinander verbunden ist.
Der fachliche Austausch mit Amholt vertiefte den Wissensstand rund um das bis heute rätselhafte Schicksal der „København“. Museale Forschung und Besucherinformation profitieren gleichermaßen, vor allem da noch immer Hoffnung besteht, das Wrack dieses legendären Segelschiffs identifizieren zu können. Das Museum bereitet sich zudem auf die kommende Saison vor: Ab Samstag, 7. Februar 2026, ist der Besuch der Ausstellungen rund um das Meereserbe Dänemarks und des Gedenkparks zum Jütland-Scheitern wieder möglich. Ein Kombi-Ticket für beide Ausstellungen bietet Rabatte und empfiehlt sich für einen Tagesausflug an die Nordseeküste.
