Im Nordsøen Oceanarium in Hirtshals können Besucher derzeit ein besonderes Naturschauspiel beobachten: Ein männlicher Tangsnarre ist dabei, ein kunstvolles Nest zu bauen.

Der Fisch verwendet weiches Seegras und verbindet die einzelnen Teile mit körpereigenen Klebefäden. Diese Fäden, die der Tangsnarre aus seinem Körper absondert, härten im Wasser aus und verleihen dem Nest die nötige Stabilität. Der Nestbau erinnert dabei an eine Art Näharbeit, bei der der Fisch die Materialien geschickt miteinander verwebt.

Sobald das Nest fertiggestellt ist, lockt das Männchen ein Weibchen an, das seine Eier in der geschützten Konstruktion ablegt. Danach übernimmt der männliche Tangsnarre die volle Verantwortung für die Brutpflege: Er bedeckt die Eier mit zusätzlichem Tang, sorgt durch Flossenbewegungen für eine konstante Wasserzirkulation und verteidigt das Gelege gegen andere Fische.

Das Nordsøen Oceanarium in Hirtshals zählt zu den größten Aquarien Nordeuropas und bietet Einblicke in die Unterwasserwelt der Nordsee. Die Beobachtung des Brutverhaltens des Tangsnarres ist ein seltenes Beispiel dafür, wie sich nordische Meeresbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum verhalten.