In der nordjütländischen Region Thy zeichnet sich ein ehrgeiziges Naturschutzprojekt ab, das auch außerhalb Dänemarks Beachtung finden dürfte. Am 29. Januar versammelten sich über 180 Eigentümerinnen und Eigentümer zu einem Informationsabend in der Gemeinde Thisted. Anlass war die Vorstellung eines möglichen Feuchtgebiet-Projekts, das mit 4.000 Hektar Fläche das größte seiner Art in Dänemark werden könnte.
Das geplante Gebiet erstreckt sich von Hovsør bis zum Flughafen Thisted und umfasst landwirtschaftlich genutzte Flächen, Moorlandschaften sowie naturnahe Areale. Ziel des Projektes ist es, mit einer sogenannten Voruntersuchung herauszufinden, welche ökologischen Potenziale und Herausforderungen mit der Umwandlung zum Naturraum verbunden wären. Insbesondere stehen Verbesserungen für Grundwasser, Artenvielfalt sowie Klimaschutz durch Bindung von CO₂ im Fokus.
Thisted Kommune, die dänische Naturschutzbehörde und die lokale Organisation Fjordland DK informierten über Vorteile, Kosten und etwaige Nachteile. Dabei wurde verdeutlicht, dass ein zukünftiges Großprojekt wie dieses auf Freiwilligkeit der Grundeigentümer basiert. Künftige Maßnahmen könnten verschiedene Fördermöglichkeiten mit sich bringen – sowohl für Umweltschutz als auch für nachhaltige Landwirtschaft.
Die Entwicklung in Thy wirft auch für deutsche Beobachter Fragen zur internationalen Zusammenarbeit im Klimaschutz und zur Bedeutung großflächiger Renaturierung auf. Besonders für Tourismus, Ökologie und Landwirtschaft könnten sich weitreichende Konsequenzen ergeben. Deutsche Naturinteressierte und Wissenschaftler könnten von den Erfahrungen in Thy profitieren, etwa beim Gewässer- und Landschaftsschutz.
Das weitere Vorgehen sieht eine umfassende Voruntersuchung vor, die potenziell bis Ende 2026 Ergebnisse liefern soll. Bis dahin sammelt Thisted Kommune Anregungen und Bedenken der lokalen Akteure. Erst danach fällt eine Entscheidung über die tatsächliche Umsetzung des Projekts.
