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Anne Just´s Garten
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📷 Anne Justs Have - Haven i Hune / Google Places
Anne Just´s Garten
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📷 Anne Justs Have - Haven i Hune / Google Places

📖 Über Anne Just´s Garten

Stell Dir vor: Eine Frau, die in Spanien gelebt hat, in Grönland Maschinenfabriken leitete, Hotels kaufte, Restaurants eröffnete und dabei noch Kunstgeschichte studierte – und dann eines Tages in einem kleinen nordjütländischen Ort namens Hune ankommt, auf ein Dünengrundstück schaut und denkt: „Hier mache ich einen Garten." Das Ergebnis? Einer der bezauberndsten Gärten ganz Dänemarks. Haven i Hune – der Garten in Hune – ist kein gewöhnlicher Garten. Es ist ein Ort, an dem die Natur so kunstvoll inszeniert wurde, dass Du Dich ernsthaft fragst, ob die Blumen hier einfach freiwillig so stehen. (Sie tun es nicht. Aber es sieht verdächtig danach aus.)

Zwischen der nordjütländischen Küstenlandschaft mit ihren windgepeitschten Dünen und dem nahen Badeort Blokhus hat sich dieser Garten still und leise zur echten Berühmtheit gemausert – und das völlig zu Recht. Wer einmal hier war, kommt wieder. Und wer noch nicht hier war, hat schlicht etwas verpasst, das sich mit Worten nur annähernd beschreiben lässt.


Geschichte & Hintergrund

Anne Just wurde 1948 geboren und war eine Frau, die es offensichtlich nicht bei einer Sache belassen konnte – zum Glück für alle, die ihren Garten heute besuchen dürfen. Nach Jahren in Spanien und Grönland, nach Hotels in Kalvehave und Restaurants in Aalborg, landete sie schließlich 1991 gemeinsam mit ihrem fünften Ehemann, dem Architekturprofessor Claus Bonderup, in Hune. Das Paar bezog ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1973, baute es gründlich um – und legte los.

Die Inspiration für das große Gartenprojekt soll ein Schlosspark im südwestenglischen Bath gewesen sein. Aber die eigentliche Entstehungsgeschichte des Gartens beginnt, wie so viele großartige Dinge, mit einem gewissen Chaos: Samen wurden ausgeworfen, neue Pflanzen tauchten auf, das Grundstück schien eine eigene Agenda zu verfolgen. Anne Just aber sah darin keinen Wildwuchs, sondern Potenzial – und verwandelte das Tohuwabohu in einen fein komponierten Garten mit poetischen Nuancen und großen Perspektiven. Die Idee dahinter war so einfach wie genial: Auf jedem Quadratmeter sollten Pflanzen für alle vier Jahreszeiten wachsen.

Es war die perfekte Symbiose zweier Talente: Anne Just, die Blumenmalerin, komponierte ein farbenfrohes Panorama – Claus Bonderup, der Architekt, entwarf den Rahmen. Irgendwann zwischen 1995 und 1996 öffnete der Garten dann für die Öffentlichkeit. Was dann folgte, war eine Erfolgsgeschichte: Der öffentlich-rechtliche Sender DR2 produzierte zwischen 2003 und 2005 die Dokumentarserie Haven i Hune in drei Staffeln – und machte den Garten damit weit über Nordjütland hinaus bekannt. Als Anne Just 2009 verstarb, hatte sie bereits vorgesorgt: Seit 2008 existiert die Fonden til Bevarelse af Anne Just's Have, eine Stiftung, die den Garten pflegt und erhält. Claus Bonderup lebt noch heute im Haus und hat den Stiftungsvorsitz inne.


Besonderheiten & Highlights

Auf rund 7.340 Quadratmetern (manche Quellen sprechen von 7.500 m² – in jedem Fall: für einen Garten dieser Dichte eine beachtliche Fläche) hat Anne Just etwas geschaffen, das auf den ersten Blick nach ungezähmter Natur aussieht und in Wirklichkeit von höchster Präzision ist. Der Garten ist in einzelne Gartenräume aufgeteilt, von denen jeder seine eigene Atmosphäre, seine eigene Farbstimmung und seinen eigenen Duft hat. Das ist kein Zufall – das ist Kunst.

Die besonderen Gartenräume

  • Der Gelbe Garten: Ein Raum ganz im Zeichen der Sonnigkeit – wer hier ankommt, fühlt sich wie in einem Gemälde.
  • Der Rote Garten: Intensiv, leidenschaftlich, unvergesslich.
  • Der Irisberg: Umschlängelt von einem Regenwasserbecken – und darin, als stilles Wahrzeichen, das berühmte Entenhaus.

Was den Garten wirklich auszeichnet, ist die Ingeniosität seiner Struktur: Sichtachsen und Blickpunkte leiten das Auge, während man von einem überraschenden Winkel zum nächsten gelangt. Obwohl jeder Gartenraum für sich vollständig und genieß­bar ist, entsteht beim Durchwandern ein Gefühl von Kontinuität, das den Garten viel größer erscheinen lässt als er tatsächlich ist. (Das ist kein Trick – das ist Talent.) Dazu gesellen sich Stauden, Kletterrosen und Wasserbecken – ein Erlebnis für alle Sinne gleichzeitig.

Ein weiteres Highlight ist die Keramik, die den Garten an vielen Stellen begleitet: geschaffen nach Claus Bonderups Zeichnungen und inspiriert von Anne Justs eigener keramischer Arbeit. Und schließlich hängen im Atelier ihre Gemälde – Bilder, die verstehen lassen, wie sie diesen Garten gesehen hat.


Dein Besuch vor Ort

Ein Besuch in Haven i Hune ist kein Garten-Abchecken à la „gesehen, Foto gemacht, weiter". Das hier ist ein Ort zum langsamen Gehen, zum Innehalten, zum Riechen und Staunen. Beim Kauf des Tickets bekommst Du eine A4-Karte des Gartens – Du kannst die Runde chronologisch nach der Entstehungsgeschichte der verschiedenen Gartenteile machen oder einfach drauflosschlendern. Beides ist richtig.

Was Dich konkret erwartet

  • Der Garten selbst: Langsam durchstreifen, die Farbräume entdecken, die Sichtachsen genießen – und sich wundern, wie viel in diese Fläche hineingepasst hat.
  • Das Kaffeehaus: Wenn die Beine eine Pause verdienen, gibt es hier Kaffee, Tee, hausgemachtes Gebäck und Butterbrötchen – und den legendären Kranzkuchen nach Anne Justs eigenem Rezept. (Ein Argument, das für sich spricht.)
  • Das Atelier: Eine Dauerausstellung mit Gemälden und Keramiken von Anne Just sowie saisonale Vorträge und Musikveranstaltungen.
  • Der Shop: Postkarten, Poster, Gartenartikel, Keramik, Pflanzen und Drucke nach Anne Justs Originalwerken – für alle, die ein Stück dieses Ortes mit nach Hause nehmen möchten.
  • Geführte Tour donnerstags: Jeden Donnerstag findet um 14 Uhr eine Führung statt – mit der einzigartigen Möglichkeit, einen Blick in das private Wohnhaus von Anne und Claus zu werfen. Eine Anmeldung ist erforderlich.
  • Übernachten im Garten: Ja, das geht wirklich! Das Gartenhotel ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten – vom Werkstattatelier über den Gelben Salon bis zum Parcelhuset und einem Anneks. Als Hotelgast hast Du freien Zugang zum Garten rund um die Uhr.

Wichtiger Hinweis für Hundebesitzer: Hunde haben leider keinen Zutritt in den Garten. Im Ferienhaus sind Haustiere nach vorheriger Absprache gegen ein leicht erhöhtes Reinigungsentgelt möglich – im Gartenhotel hingegen nicht.


📌 Kuriositäten & Fun Facts

  • Das Entenhaus als Schicksalsbote: Alles begann mit einem Entenhaus. Claus Bonderup zeichnete es für Anne Just, als sie noch auf dem Herrenhaus Skeelslund westlich von Aalborg lebte. Dieses Entenhaus liegt heute im Regenwasserbecken rund um den Irisberg – ein kleines Stück gemeinsamer Geschichte, das still vor sich hin schwimmt.
  • TV-Star wider Willen: Zwischen 2003 und 2005 produzierte der dänische Sender DR2 drei Staffeln der Dokumentarserie Haven i Hune – und machte damit den Garten zu einem nationalen Bekanntheitsfall. Nicht jeder Garten bekommt seine eigene Fernsehserie.
  • Ein Leben, das kein Komma kannte: Anne Just zog 1966 nach Spanien, 1970 nach Grönland, leitete dort eine Maschinenfabrik, studierte Kunstgeschichte in Kopenhagen, kaufte Hotels und Restaurants – und gründete dann nebenbei einen der schönsten Gärten Dänemarks. Manchmal fragt man sich, ob sie auch geschlafen hat.
  • Englische Romantik in dänischen Dünen: Der Garten erscheint – ganz wie der englische romantische Garten – so, als wäre er nicht von Menschenhand, sondern von der Natur selbst angelegt worden. Das ist das höchste Kompliment, das man einem gestalteten Garten machen kann.
  • Das Buch zum Garten: 2014 erschien Anne Just's Have – The Garden at Hune, das im Garten käuflich ist. Ein schönes Andenken – und eine gute Lektüre für den Abend, wenn man gerade im Gartenhotel übernachtet.
  • Kein Picknickkorb erlaubt: Das Mitbringen eigener Speisen ist nicht gestattet. Aber ehrlich gesagt: Mit dem Kranzkuchen aus dem Kaffeehaus braucht man auch keinen.

💡 Wertvolle Zusatzinformationen

  • Anfahrt & Parken: Der Garten liegt an der Postbakken 4 in Hune, einem kleinen Ort rund zwei Kilometer östlich von Blokhus. Wichtig: An der Gartenadresse selbst gibt es nur Behindertenparkplätze. Der reguläre Parkplatz befindet sich in der Ilsigvej 19 – von dort sind es etwa 140 Meter zum Eingang, und Schilder weisen den Weg. Der Flughafen Aalborg liegt rund 30 Kilometer entfernt.
  • Empfohlene Besuchsdauer: Eine offizielle Empfehlung gibt es nicht – aber dieser Garten ist kein Ort für Eilige. Plane mindestens genug Zeit ein, um wirklich langsam durch alle Gartenräume zu schlendern, im Kaffeehaus innezuhalten und das Atelier zu besuchen. Wer die Donnerstagführung mitmacht, sollte entsprechend mehr Zeit einrechnen.
  • Besondere Hinweise: Hunde sind im Garten leider nicht erlaubt. Die Öffnungszeiten sind saisonal und variieren je nach Monat – ein Blick auf die offizielle Website vorab lohnt sich unbedingt, da aktuelle Informationen auch über die Social-Media-Kanäle des Gartens kommuniziert werden.
  • Kombitipp: In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es weitere lohnenswerte Ausflugsziele: Der Skulpturenpark am Ortsrand von Hune mit Café und Kulturhaus ist ein feiner Kontrast zum üppigen Blütengarten. Wer mit Kindern reist, findet im Freizeitpark Fårup Sommerland eine ganz andere Art von Erlebnis – und auf dem Blokhus Gateway-Gelände locken Spielgeräte, Mountainbikestrecken und Picknickplätze (dort darf der eigene Korb übrigens mit).

Ob Du ein leidenschaftlicher Gartenfreund bist, Kunstinteressierte oder einfach jemand, der eine Auszeit von der nordjütländischen Küstenroutine sucht – Haven i Hune ist eine dieser Begegnungen, die man nicht so schnell vergisst. Ein Garten, der zeigt, was entsteht, wenn ein Mensch mit unerschöpflicher Energie und einem Auge für Schönheit auf ein Stück Erde trifft. Geh langsam. Schau genau hin. Und gönn Dir danach den Kranzkuchen. Du hast es Dir verdient.

🗺️ Lage

Postbakken 4, 9492 Blokhus
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ℹ️ Informationen

🕒 Öffnungszeiten
  • 9. Mai bis 20. September: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag 13:00–16:00 Uhr
  • Juni: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag 13:00–16:00 Uhr
  • Juli und erste Hälfte August: zusätzlich Mittwoch 13:00–16:00 Uhr
  • Gartenhotel: ganzjährig geöffnet
  • Gruppen außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach Vereinbarung
💰 Eintrittspreise
  • Eintritt: 90 DKK
  • Jahreskarte (Partoutkort): 250 DKK (gültig 1 Jahr ab Ausstellungsdatum)
  • Werkstattatelier (Værkstedet): 1.800 DKK pro Nacht (bis zu 4 Personen)
  • Anneks: 1.025 DKK pro Nacht (2 Personen, inkl. Bettwäsche und Handtücher)
  • Ferienhaus (Sommerhus): 7.000 DKK (Samstag bis Samstag) zzgl. 700 DKK Reinigungsgebühr
  • Ferienhaus Tagesmiete: 1.900 DKK pro Nacht (inkl. Strom, Bettwäsche und Reinigung)
  • Bettwäsche im Ferienhaus: 75 DKK pro Stück
  • Hund im Ferienhaus: +300 DKK Reinigungsgebühr
📧 E-Mail

annejust@c.dk

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