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Ringkøbing Museum
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📷 Ringkøbing Museum / Google Places
Ringkøbing Museum
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📷 Ringkøbing Museum / Google Places

📖 Über Ringkøbing Museum

Stell Dir vor, Du schlenderst durch eine charmante westjütländische Kleinstadt, vorbei an Giebelhäusern und dem Duft von Nordseewind – und dann stolperst Du in ein Museum, das Dir gleich mehrere Zeitreisen auf einmal anbietet. Das Ringkøbing Museum an der Herningvej ist so ein Ort, wo aus einer ehemaligen Arztpraxis und einem alten Domherrenamt ein Schaufenster durch Jahrhunderte geworden ist. Hier wartet nicht etwa staubige Langeweile auf Dich, sondern ein echter Lancaster-Bomber (na gut, eine maßstabsgetreue Nachbildung davon), ein Weltkriegsbunker als Zeitkapsel und Designmöbel, auf denen Du Dich ausdrücklich setzen darfst. Das nennt man einen guten Deal. Was das Museum so besonders macht: Es nimmt sich keine bescheidene Nische. Von der Stadtrechtsurkunde des Jahres 1443 über die Besatzungszeit bis hin zu ikonischem dänischen Möbeldesign aus der Gegenwart – hier bekommst Du Geschichte in ihrer ganzen Bandbreite serviert. Und das in Gebäuden, die selbst Geschichte atmen.

Geschichte & Hintergrund

Ringkøbing ist keine Stadt, die sich mit kleiner Geschichte begnügt. Bereits seit dem Jahr 1443 darf sie sich mit dem Stadtrecht schmücken, und das Museum macht es sich zur Aufgabe, diesen langen Weg von der mittelalterlichen Handelssiedlung bis in die Neuzeit lebendig zu erzählen. Die Gebäude, in denen das Museum heute untergebracht ist, trugen früher ganz andere Schilder an der Tür: Eine Arztpraxis und ein Domherrenamt haben hier ihren Platz gehabt, bevor die Geschichte einzog und die Medizin anderswo praktiziert wurde. Einen besonderen Stellenwert nimmt die wechselvolle Vergangenheit des alten Rathauses ein. Dieses diente nicht nur als Sitzungssaal der Kommunalverwaltung, sondern beherbergte auch das Gerichtswesen, das Gefängniswesen und sogar die örtliche Feuerwehr – eine Einrichtung, die also gleich mehrere städtische Rollen unter einem Dach vereinte (und damit jeden modernen Bürgermeister vor Neid erblassen lassen würde). Der Schwerpunkt einer eigenen Ausstellung liegt auf dem Sitzungssaal des Kreisrates, der hier von 1849 bis 2006 tagte. Mehr als anderthalb Jahrhunderte Kommunalgeschichte, Beschlossen, Vertagungen und vermutlich auch so mancher dänischer Kompromiss – direkt vor Deinen Augen. Das Museum ist heute Teil des Verbunds der Ringkøbing Fjord Museer, einem Zusammenschluss von zehn Museen und kulturhistorischen Attraktionen rund um den Ringkøbing Fjord, die gemeinsam rund 10.000 Jahre Kultur, Natur und Geschichte vermitteln. Als staatlich anerkanntes Museum ist es damit eingebettet in eine der bemerkenswertesten Museumslandschaften Westjütlands.

Besonderheiten & Highlights

Das Ringkøbing Museum hat nicht eine Ausstellung – es hat gleich mehrere, und jede wäre für sich allein einen Besuch wert.

Flieger in der Nacht

Das absolute Herzstück ist die Ausstellung „Flyvere i natten" – zu Deutsch: „Flieger in der Nacht". Sie erzählt, wie der Zweite Weltkrieg die Westküste Jütlands direkt berührte: Die nahe Küstenfestung Houvig war als Luftabwehrstellung ausgebaut, und im Laufe des Krieges stürzten in der Gegend 19 britische Bomber ab. Das Herzstück der Ausstellung ist eine maßstabsgetreue 1:1-Nachbildung eines Lancaster-Bombers – des schweren britischen Bombers, der ab 1942 tausendfach eingesetzt wurde. Durch Ton, Film, Originalexponate und großformatige Fotografien wird nicht nur die Technik, sondern vor allem die menschliche Geschichte dahinter erzählt. Wer war in diesen Flugzeugen? Was waren ihre Missionen? Was bedeutete es für die Menschen an der Westküste, den Krieg buchstäblich vom Himmel fallen zu sehen?

Was die Bunker bargen

Nicht weniger eindrucksvoll ist die Ausstellung „Hvad bunkerne gemte". Die Deutschen errichteten entlang der Westküste den sogenannten Atlantikwall – ein gewaltiges System aus Bunkern gegen einen alliierten Angriff. 1945 wurden die Bunker verlassen. Einer davon verschwand unter den Dünen – und tauchte erst 2008 nach einem Sturm wieder auf, unberührt wie eine Zeitkapsel, mit intaktem Mobiliar. Du betrittst in der Ausstellung einen rekonstruierten Bunker und erlebst die Geschichte von Gerhard Saalfeld, einem deutschen Soldaten, der dort stationiert war und dessen persönliche Gegenstände noch heute zu sehen sind. Saalfeld, der im Januar 2013 verstarb, hatte dank seiner Offenheit dazu beigetragen, diese Geschichte lebendig zu erhalten.

Finn Juhl & OneCollection

Im ersten Stock wartet eine Überraschung ganz anderer Art: Seit April 2024 zeigt das Museum eine Ausstellung über den weltberühmten dänischen Designer Finn Juhl, dessen ikonische Möbel von OneCollection in Ringkøbing produziert werden. Hier darfst Du nicht nur schauen, sondern auch anfassen und Platz nehmen – auf Designklassikern, für die anderswo Glasvitrinen stehen würden. Ergänzt wird die Schau durch eindrucksvolle Fotokunst des Fotografen Mingo. Eine Kooperation zwischen Museum und Hersteller, die zeigt: Manchmal liegt Weltklasse-Design ganz um die Ecke.

Stadtgeschichte zum Anfassen

Die Ausstellung „Vestjyllands lille hovedstad" – „Die kleine Hauptstadt Westjütlands" – nimmt Dich mit in das Ringkøbing des 19. Jahrhunderts. Die Gemälde des Malers Jesper Kirkegaard (liebevoll „Jesper Maler" genannt) wurden auf Wandgröße vergrößert und zeigen die Kaufmannsstadt der 1800er Jahre in lebhaften Szenen. Neben Gebäuden, Kutschen und Geschäften findet sich auch ein prachtvolles Hochzeitskleid einer wohlhabenden Tochter der Region. Das Besondere: Viele der abgebildeten Häuser stehen noch heute – der Museumsbesuch lässt sich also nahtlos in einen Stadtrundgang verlängern.

Grönland und Ludvig Mylius-Erichsen

Eine eigene Abteilung widmet sich dem aus Ringkøbing stammenden Polarforscher Ludvig Mylius-Erichsen (1872–1907) und seiner Sammlung. Wer also immer schon wissen wollte, welche Verbindung eine westjütländische Kleinstadt mit Grönland verbindet – hier bekommt man die Antwort.

Dein Besuch vor Ort

Das Museum liegt südöstlich vom Torvet, dem zentralen Marktplatz von Ringkøbing, ufernah im Ortszentrum – und ist gut ausgeschildert, sodass Du keine GPS-Akrobatik betreiben musst. Im Haus selbst erwartet Dich neben den Ausstellungen auch ein großer Museumsshop mit Retroware und historischen Büchern. Wer also ein besonderes Mitbringsel sucht, das nicht aus der Touristensouvenirkiste stammt, wird hier fündig. Hast Du einen Hund dabei? Kein Problem – vierbeinige Begleiter sind herzlich willkommen, solange sie an der Leine geführt werden. (Ob der Lancaster-Bomber bellt, ist nicht überliefert.) Das Museum organisiert außerdem geführte Touren zur Houvig-Festung nördlich von Søndervig, wo ein ausgedehntes Bunkersystem aus dem Zweiten Weltkrieg erkundet werden kann. Besonders erfreulich für deutschsprachige Besucherinnen und Besucher: Diese Bunkertour wird auch mit deutschsprachigen Guides angeboten. Treffpunkt ist der Parkplatz am Houvig Strand. Darüber hinaus bietet das Museum regelmäßig Stadtrundgänge durch Ringkøbing an – Termine erfährst Du auf der Website des Museums. Wenn Du mehrere Museen des Verbunds besuchst, lohnt sich das Fordelskort (Vorteilskarte), mit dem Du Rabatt an allen Standorten der Ringkøbing Fjord Museer erhältst. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Mitglieder der dänischen Seniorenorganisation Ældre Sagen erhalten zudem einen Rabatt von 15 Prozent.

📌 Kuriositäten & Fun Facts

  • Ein Sturm im Jahr 2008 legte einen Bunker frei, der seit Kriegsende 1945 unter den Dünen schlummerte – mit komplett intaktem Mobiliar. Ein echter Zeitkapsel-Fund, der direkt ins Museum wanderte.
  • 19 britische Bomber stürzten im Verlauf des Zweiten Weltkriegs in der Gegend rund um den Ringkøbing Fjord ab – ein eindrückliches Zeugnis davon, wie nah der Krieg auch an der scheinbar abgelegenen Westküste war.
  • Das alte Rathaus von Ringkøbing beherbergte gleichzeitig Kommunalverwaltung, Gericht, Gefängnis und Feuerwehr – multifunktional war damals nicht nur ein Modewort.
  • Im Museum wird die Geschichte einer Kupfer-Wetterfahne aus einem alten Kaufmannshof in der Östergade erzählt, die als Strandgut gilt – das Kupfer soll von gestrandeten britischen Kriegsschiffen stammen.
  • Weltberühmtes Designmöbel von Finn Juhl wird in Ringkøbing hergestellt – und im Museum darf man sich sogar draufsetzen. Nicht in jedem Museum ist das erlaubt.
  • Der Polarforscher Ludvig Mylius-Erichsen (1872–1907) stammt aus Ringkøbing. Seine Sammlung ist im Museum zu sehen – eine überraschende Verbindung zwischen Westjütland und der arktischen Wildnis.

💡 Wertvolle Zusatzinformationen

  • Anfahrt: Das Museum befindet sich an der Herningvej 4 in Ringkøbing, südöstlich des zentralen Marktplatzes (Torvet), ufernah im Ortszentrum und gut ausgeschildert. Ringkøbing liegt am nordöstlichen Ufer des Ringkøbing Fjords und ist über die Straße 15 erreichbar. Ab Hvide Sande und ab Skjern beträgt die Fahrtzeit jeweils rund 20 Minuten. Der Radweg rund um den Fjord führt ebenfalls vorbei.
  • Empfohlene Besuchsdauer: Angesichts der mehreren Ausstellungsbereiche – Lancaster-Ausstellung, Bunkerausstellung, Finn-Juhl-Etage und Stadtgeschichte – solltest Du mindestens anderthalb bis zweieinhalb Stunden einplanen. Wer den Museumsshop mag, gerne mehr.
  • Hunde willkommen: Hunde sind im Museum herzlich willkommen, solange sie an der Leine geführt werden.
  • Geführte Touren: Das Museum bietet ganzjährig Touren zur Houvig-Festung an der Nordseeküste an – auch auf Deutsch. Außerdem finden regelmäßig Stadtrundgänge durch Ringkøbing statt.
  • Kombitipp: Das Ringkøbing Museum ist Teil des Verbunds Ringkøbing Fjord Museer mit insgesamt zehn Standorten – darunter das Fiskeriets Hus in Hvide Sande, Bork Vikingehavn und der Leuchtturm Nr. Lyngvig Fyr. Mit einem Fordelskort lässt sich der Besuch mehrerer Häuser besonders lohnend kombinieren.

Das Ringkøbing Museum ist kein Ort, an dem Du nur nickend durch Vitrinen schlenderst und dann erschöpft in der Museumsküche einen Kaffee trinkst. Es ist ein Ort, der Dich wirklich packt – mit Geschichten von Menschen, die Krieg erlebt haben, von einer Stadt, die sich über Jahrhunderte behauptet hat, und von einem Designer, dessen Stühle heute in aller Welt stehen. Komm für den Lancaster-Bomber, bleib für Jesper Malers Gemälde, und setz Dich ruhig auf Finn Juhls Sofa. Du hast die ausdrückliche Erlaubnis.

🗺️ Lage

Herningvej 4, 6950 Ringkøbing
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ℹ️ Informationen

🕒 Öffnungszeiten
  • 10. Februar – 27. März: Dienstag–Mittwoch, 10:00–15:00 Uhr
  • 28. März – 26. Juni: Täglich 10:00–16:00 Uhr
  • 27. Juni – 31. August: Täglich 10:00–17:00 Uhr
  • 1. September – 31. Oktober: Täglich 10:00–16:00 Uhr
💰 Eintrittspreise
  • Erwachsene: 175 DKK
  • Kinder & Jugendliche (0–17 Jahre): kostenlos (in Begleitung eines Erwachsenen)
  • Mitglieder Ældre Sagen: 15% Rabatt auf Tageskarten und Vorteilskarten
🐕 Hundefreundlich
Hundefreundlich Badge

Diese Sehenswürdigkeit ist hundefreundlich! Hunde sind hier willkommen.

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